Allergietestungen und Hyposensibilisierung

Als Allergie bezeichnet mach eine übersteigerte Reaktion des Immunsystems auf bestimmte körperfremde Eiweiße, die normalerweise harmlos sind. Bei diesen Substanzen handelt es sich häufig um pflanzliche oder tierische Allergene wie Pollen, Tierepithelien, Milben, Schimmelpilze, Insektengifte Nahrungsmittel, aber auch Medikamente, Kosmetika, Duftstoffe oder berufsspezifische Substanzen können zu Allergien führen.

Prick-Test (Typ I-Soforttyp-Allergie)

Auf markierte Hautareale am Unterarm werden die zu untersuchenden Testlösungen aufgeträufelt. Durch diese Stoffe hindurch wird die Haut oberflächlich mit einer Prick-Lanzette eingeritzt. Als Kontrollen werden Histamin- (Positiv-Kontrolle) und Kochsalz-Lösungen (Negativ-Kontrolle) mitgetestet. So werden routinemäßig u.a. Testungen auf Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare, Schimmelpilze oder Nahrungsmittel durchgeführt. Nach 20 min werden die Testergebnisse abgelesen.


RAST-Test (Typ I-Soforttyp-Allergie)

Hierbei werden aus dem Blutserum Allergen-spezifische IgE-Antikörper nachgewiesen und somit Allergieauslöser identifiziert.

Nahrungsmittelallergien vom Typ III

Bei Allergien vom Typ-III erscheinen die Symptome erst 8 bis ca. 72 Stunden nach dem Verzehr des allergieauslösenden Lebensmittels. Daher ist die Zuordnung des allergieauslösenden Lebensmittels zu den Beschwerden sehr schwer und dieses wird häufig mit den geäußerten Beschwerden nicht in Verbindung gebracht. Die Symptome einer Typ-III Allergie zeigen sich meist in Entzündungen unterschiedlicher Gewebe und Organe (Schleimhäute des Verdauungstraktes, der Gelenke und der Haut).

Nahrungsmittelallergien vom Typ-III können folgende Erkrankungen hervorrufen oder verstärken:
_ Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Schuppenflechte, Akne, Rosazea
_ Chronische Magen-Darmerkrankungen (Blähungen, Durchfall, Verstopfung)
_ Kopfschmerzen oder Migräne
_ Chronisches Müdigkeitssyndrom

Mithilfe von KyberAllergoPlex-Diagnostik werden bis zu 270 Lebensmittel im Blutserum untersucht, welche Typ-III Allergien bei Ihnen auslösen können. Sie erhalten vom Labor ein persönliches Testergebnis mit Hinweisen darauf, welche Lebensmittel Sie wie lange meiden sollten sowie individuelle Therapieempfehlungen. Das Immunsystem wird entlastet und die Beschwerden bessern sich erheblich oder verschwinden sogar vollkommen. Die Zeit der Entlastung wird idealerweise für eine Darmflora- und Schleimhaut­stabilisierung (mikrobiologische Therapie) genutzt.

Hyposensibilisierung

Die Hyposensibilisierung kann subkutan (als Spritze) oder perilingual (als Tropfen/Tablette) erfolgen und sollte über mindestens 3 (bis zu 5) Jahren durchgeführt werden. Sowohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) empfehlen die Hyposensibilisierung, weil sie derzeit die wirksamste Behandlungsform der Allergie ist.

Bei der subkutanen Anwendung (SCIT = subcutane Immuntherapie) werden die Allergene am Oberarm unter die Haut (=subcutan) gespritzt. Nach der Einleitungsbehandlung werden die Folgespritzen mit Injektionsintervallen von 4-6 Wochen durchgeführt, 8 Wochen sollen jedoch nicht überschritten werden. Nach jeder Spritze müssen Sie mindestens 30min in der Praxis warten, dabei wird der Arm kontinuierlich gekühlt, um die Verträglichkeit der Spritze zu verbessern. Am Tag der Spritze sollten Sie auf Alkohol oder körperliche Anstrengungen (zB Sport, Sauna, schwere Arbeit) verzichten.

Die sublinguale Hyposensibilisierung (SLIT = sublinguale Immuntherapie) führen Sie selbständig zuhause durch. Die Allergenlösung wird zB mit einem Spray, Tropfen oder Tabletten unter die Zunge gegeben, dort für ca. 2min belassen und anschließend heruntergeschluckt. Diese Form eignet sich besonders für Kinder oder Personen, welche Spritzen ablehnen oder für Personen, welche beruflich bedingt regelmäßige Arzttermine nicht wahrnehmen können.

In meiner Praxis stehen folgende Testverfahren zur Verfügung, die teils an der Haut und teils im Blutserum durchgeführt werden:

• Prick-Test (Typ I-Soforttyp-Allergie)
• RAST-Test (Typ I-Soforttyp-Allergie)
• Nahrungsmittelallergien vom Typ III