Warzenbehandlung

Alle echten Warzen entstehen durch eine Infektion mit humanem Papillomvirus (HPV). Es setzt sich gerne an schlechter durchbluteten Hautstellen (Händen, Füßen) fest und verursacht gutartige Wucherungen, welche infektiös sind und sich stetig ausbreiten. Man geht davon aus, dass ca. 40% aller Warzen nach etwa 2 Jahren ohne Behandlung verschwinden. Eine Behandlung ist jedoch anzuraten, um einer Ausbreitung und Infektion der Mitmenschen vorzubeugen, insbesondere wenn Symptome wie Schmerzen, Jucken und Blutung vorliegen.

Viruswarzen können in der Behandlung sehr langwierig sein. Als Behandlungsoptionen stehen Salicylpflaster, Kürretage, Vereisung, Tinkturen, Laser, wIRA® oder photodynamische Therapie zur Verfügung.


BEHANDLUNGS-INFORMATIONEN

wIRA® - Warzentherapie

An der Universitätsklinik Jena haben Dermatologen eine schmerzfreie und wirksame Warzentherapie mit wassergefiltertem Infrarotlicht (wIRA®) entwickelt.

Mit wIRA® sind ganz bestimmte Anteile aus dem Infrarotlicht gemeint, die eine besonders hohe Tiefenwirkung haben. Die schädlichen Infrarotanteile werden durch einen patentierten Flüssigkeitsfilter ausgeblendet. Nur die tiefenwirksamen und hautschonenden Anteile kommen zur Wirkung. Durch wIRA® kommt es zu einer lokale Steigerung der Immunabwehr und Verbesserung der Durchblutung. Es gibt auch Hinweise, dass wIRA® neben der Erwärmung eine direkte heilungsfördernde Wirkung hat und den Zellen bei der Bewältigung von oxidativem Stress hilft. Das Ergebnis ist eine narbenfreie, gesunde Haut. Allerdings müssen Patienten bei wIRA® etwas Geduld haben, da dieser biologische Prozess einige Wochen dauern kann. Dafür ist die Therapie schmerz- und nebenwirkungsfrei.

Wie läuft die Behandlung ab?

Die Warzen werden mit einem Salicylsäurepflaster (z.B. Guttaplast®) vorbehandelt. Eine unblutige vorsichtige Abtragung mit einer Kürette wird vorgenommen, unmittelbar danach erfolgt die Bestrahlung mit der wassergefilterten Infrarot-A-Strahlung (wIRA®). Die Bestrahlung erfolgt ein bis zweimal wöchentlich jeweils für 20-30 Minuten. Sinnvoll erscheinen 6-10 Bestrahlungen. Frühestens vier Wochen später kann der Erfolg endgültig beurteilt werden.

photodynamische Therapie

Bei großflächigen therapieresistenten Warzen bietet die photodynamische Therapie (PDT) als off-label-use eine sehr wirkungsvolle Behandlungsmethode.

Wie läuft die Behandlung ab?

Die Warzen werden mit einem Salicylsäurepflaster (z.B. Guttaplast®) vorbehandelt. Eine unblutige vorsichtige Abtragung mit einer Kürette wird vorgenommen, danach werden die Warzen mit einem Laser perforiert (Fraxel) und dadurch durchlässiger gemacht, anschließend wird ein Lichtsensibilisator (Delta-Aminolävulinsäure = 5-ALA), das auch im menschlichen Körper natürlicherweise vorkommt, aufgetragen und mit einem lichtdichtundurchlässigen Verband für 2-3 Stunden eingeschlossen. In dieser Zeit nehmen virusbefallene Zellen den lichtsensibilisierenden Wirkstoff in hohen Konzentrationen auf, dabei reichern gesunde Zellen kaum von diesem Wirkstoff an und werden so geschont. Anschließend werden die Warzen mit speziellem ungefährlichem rotem Licht für 20-25min bestrahlt. Die Behandlung ist mit einer Wärmeentwicklung verbunden, selten sind deutliche Schmerzen zu spüren, welche unangenehm aber nicht gefährlich sind.

Für maximale Linderung der Missempfindungen wird die Behandlung unter stetiger Kältezufuhr durchgeführt. In der Folge der Bestrahlung wird in den nächsten Tagen eine sterile Entzündungsreaktion in der Warze ausgelöst, dies ist ein Zeichen der Immunaktivierung und ist positiv zu werten. Bei unangenehmen Schmerzen können leichte Schmerzmittel, z.B. Nurofen, Ibuprofen eingenommen werden. Bei hartnäckigen Warzen sind möglicherweise 2-3 Behandlungen im Abstand von etwa 2-3 Wochen nötig.

Wie funktioniert PDT?

Aus Aminolävulinsäure = 5-ALA bildet sich in virusbefallenen Zellen Porphyrine, diese sind photoaktiv und bilden unter Rotlicht-Einfluss Sauerstoff-Radikale, welche virusbefallene Zellen selektiv zerstören. Diese Reaktion mit Licht und Sauerstoff in der Zelle nennt man „photodynamische Reaktion“.

Wesentliche Vorteile gegenüber einer Operation oder Laserbehandlung sind Schonung der gesunden Haut, fehlende Notwendigkeit einer örtlichen Betäubung, welche an Händen und Füßen mit deutlichen Schmerzen verbunden ist sowie eine narbenlose Abheilung.

Laser

Laserbehandlung ist eine sehr gute erfolgsversprechende Therapie­möglichkeit, um eine Viruswarze zu entfernen und erfolgt oft dann, wenn andere Behandlungsmöglichkeiten bei z.B. tiefsitzenden Warzen und schwerem Warzenleiden keinen Erfolg erbracht hatten. Die Behandlung wird in einer örtlichen Betäubung unter Kältezufuhr (Cryoanästhesie) durchgeführt, dabei wird nur das virusbefallene Gewebe vom Laser abgetragen/vaporisiert, ohne dass eine Schädigung des umliegenden Gewebes von statten geht.

Je nach Tiefe und Ausdehnung der Warze entsteht eine Wunde, welche in etwa 2-4 Wochen abheilt und täglich desinfiziert und verbunden werden muss. Eine kleine Narbe kann danach die Folge sein. Die ersten Tage nach dem Lasern können auch mit Schmerzen verbunden sein, welche dann aber sehr gut auf z.B. Ibuprofen ansprechen. Mit Zink und Vitamin C kann der Heilungsprozess beschleunigt werden. Die frisch gebildete Haut nach dem Lasern kann mit Dexpanthenol nachbehandelt werden.